
Der Blick der Gesellschaft auf das Alter und die Alten will mir den Blick auf mich selbst verstellen: mal rosarot, mal grau zeichnet er ein Bild von dem, was ich nicht bin. Mit dem, was mein Leben ausmacht: Herkunft, Talent, Erfahrung, Charakter, Wünsche und Träume, Freuden und Enttäuschungen misch ich mich ein in das Hier und Jetzt. Innehalten, nachdenken, schauen und rückschauen, philosophieren, fabulieren, spintisieren, sich selber ganz nahe kommen, auf dem Theater Szenen über das Leben entwerfen. Übrigens: Meine Geschichten sind unser aller Geschichte.
Ein Mimoskop, gespielt, getanzt, bewegt, gesprochen.
Das Freie Werkstatt Theater – FWT – , gegründet 1977, ist eines der ältesten freien Theater Deutschlands, mit mehreren Preisen ausgezeichnet und mit seinem besonderen Konzept auch im Ausland bekannt. Seit 1979 macht das FWT als erstes Theater in der Bundesrepublik neben seiner Profitheaterarbeit auch Theater mit älteren und alten Menschen und gemischtaltrigen Gruppen. Mit einem Altentheaterensemble von zur Zeit 27 Mitgliedern im Alter von 63 bis 92 Jahren werden unter professioneller Anleitung Theaterstücke entwickelt, die die Lebens- und Zeitgeschichte der Beteiligten widerspiegeln, den Eintritt ins Pensionsalter und das Leben als älterer und alter Mensch heutzutage thematisieren. Alle Theaterstücke werden im eigenen Theaterhaus in Köln sowie auf Gastspiel, auch im Ausland, gezeigt.
In der Reihe von Auszeichnungen und Preisen für das FWT-Altentheater erhielt es zuletzt „für seine professionelle, kontinuierliche und originelle Theaterarbeit“ den Hauptpreis des Otto-Mühlschlegel-Preises 2008 Zukunft Alter der Robert Bosch Stiftung (Ausschreibungsthema: Kreativität im Alter).
Stückentwicklung und Inszenierung: Ingrid Berzau und Dieter Scholz