
Unser Zusammenleben könnte man beschreiben als ein komplexes System von Geben und Nehmen. Und wie schön, wenn in den Beziehungen das Verhältnis zwischen beidem ausgewogen ist. Wirklich spannend für das Theater wird es aber erst dann, wenn Konflikte aufbrechen, wenn die schönste Verpackung nicht hält, was sie verspricht, oder wenn Menschen anfangen, unverblümt zu sagen, was sie empfinden. Zielsicher spürt das Theater Mülheimer Spätlese solche Schräglagen im Alltag auf und präsentiert sie in seiner Collage mit Augenzwinkern und doch nicht ganz ohne Ernst.
Der Kulturbetrieb Mülheim an der Ruhr startete 1990 das Projekt "Seniorentheater", mit dem es älteren Menschen ein Angebot zu einer aktiven Freizeitgestaltung in Gemeinschaft mit anderen machte. Unter der künstlerischen und pädagogischen Leitung von Eckhard Friedl hat sich aus diesem Projekt das Theater Mülheimer Spätlese entwickelt, ein von der Leonhard-Stinnes-Stiftung gefördertes und als eingetragener Verein konstituiertes Theater.
Mit seinem rund 30 köpfigen Ensemble im Alter zwischen 60 und 81 Jahren gehört der Verein zu den größten Seniorentheatern Deutschlands. Inszwischen kann das Theater auf 19 Eigenproduktionen zurückblicken. Darüber hinaus präsentiert es sich bei landesweiten Festivals und lädt Gastspiele anderer Seniorentheater in die eigene Spielstätte ein.
Die Seniorentheaterreihe "Theater aus NRW zu Gast in Mülheim an der Ruhr" wird vom Theaterbüro - Kulturbetrieb Mülheim an der Ruhr in Kooperation mit dem Theater Mülheimer Spätlese durchgeführt.