
Wollust, Zorn, Neid, Völlerei, Hochmut, Trägheit und Habgier – menschliche Schwächen, die die Kirche schon im Mittelalter als Todsünden brandmarkte. Generationen von Gläubigen wurden Schuldgefühle eingeimpft, die Angst vor ewiger Verdammnis garantierte Gehorsamkeit und Unterwerfung.
Die Zeiten haben sich geändert. "Sünde" gilt heute als Anti-Wort, Moral als Herrschaftsinstrument. "Freiheit" und "Individualität" sind die Zauberworte seit der Aufklärung. Dass uns die Abkehr von traditionellen Werten nicht nur befreite, sondern auch eine große Leere hinterließ, ist allseits bekannt: Geiz ist jetzt geil, Jugendliche verprügeln Alte und Investmentbanker verzocken die Anlagen ihrer Kunden.
Die sieben Sünden als moralisches Konstrukt – müssen wir neu darüber nachdenken? Oder brauchen wir eine ganz andere Ethik? Wie wollen wir leben? Was ist die Zukunft unserer Gesellschaft?
Fragen, denen das Theater Dionysos auf den Grund gegangen ist.
Sechs Monate lang hat die Gruppe um den Regisseur Lutz Pickardt über diese Fragen gesprochen, gespielt, improvisiert, mit Gedichten und Texten experimentiert und daraus ein Stück entwickelt.
Theater Dionysos - das sind 13 agile Senioren im Theater Marl. Wer die Gruppe kennt, weiß, dass er sich auf einiges gefasst machen darf: Ein spannendes Bewegungstheater, das nicht nur unterhaltsam ist, sondern auch zum Denken anregt.
Künstlerische Leitung: Lutz Pickardt
Assistenz: Deniz Sahin
Es spielen: Jutta Bellstedt-Prophet, Cosy Ernst, Nicola Friedrich, Ingeborg Gartmann, Maria Höning, Anneliese Klass, Bernd Nowicki, Hartmut Preukschat, Gudrun Ruppel, Hildegard Schero, Brigitta Schröder, Gloria Sommer, Rolf Urban