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Die Seniorentheaterszene wächst: Immer mehr Ensembles spielbegeisterter Älterer zeigen ambitioniertes Amateurtheater. Demgegenüber steht ein Mangel an geeigneten Spielvorlagen mit lebensnahen Dialogen und einem attraktiven Rollenangebot für die großen Gruppen mit vielen weiblichen Spielern. Auf diese Situation reagierte der Wettbewerb »Reif für die Bühne« und lud Dramatikerinnen aus Nordrhein-Westfalen ein, Stücke für Seniorentheater zu schreiben.
Der Dramatikerinnen-Preis wurde im November 2009 erstmals gemeinsam vom Frauenkulturbüro NRW Krefeld, dem Institut für Bildung und Kultur Remscheid, dem Literaturbüro Ruhr Gladbeck und dem Forum Freies Theater Düsseldorf vergeben. Gewinnerin war Almut Baumgarten mit Silverday, einer temporeichen Gesellschaftssatire, die die Gleichgültigkeit gegenüber den Alten aufs Korn nimmt. Silverday wird am 30.09.2010 zur Eröffnung des Seniorentheaterfestivals »Herzrasen« am Deutschen Schauspielhaus Hamburg vom Seniorentheater in der Altstadt Düsseldorf (SeTA) in einer Inszenierung von Marlin de Haan uraufgeführt und feiert am 13.10.2010 Premiere im FFT Düsseldorf.
Neben dem Preisträger-Stück versammelt die Anthologie vier weitere von der Jury benannte Stücke: Vier Frauen und ein Störfall von Eva Pfister, Blassblaue Dahlien von Andrea Badey, Wir sind Wilhelmine! von Veronika Maruhn und Mitbewohnerin gesucht! von Jule Vollmer.
Die Anthologie wird jetzt bei den Seniorentheatertagen an der Akademie Remscheid im Anschluss an die Podiumsdiskussion "Wohin geht das Seniorentheater in NRW?" vorgestellt und ist über den Buchhandel zu beziehen.
Almuth Fricke (Hrsg.) (2010): Reif für die Bühne – Neue Stücke für Seniorentheater. kopaed: München
212 Seiten, 14,80 Euro, ISBN 978-3-86736-096-8


Als vom NRW KULTURsekretariat geförderter Kurs für Seniorentheater startete synovia im April 2008 am Gelsenkirchener Consol Theater. Jetzt wurde die Gruppe mit »Schneeweiß«, der ersten Produktion von 2009, zum 3. Theatertreffen [60+] nach Hamburg eingeladen: Zu sehen ist die neue Lesart des klassischen Märchens von Schneewittchen am 30. September 2010.
Im Zentrum des skurrilen Stücks: nicht das knackig-jugendliche Schneewittchen, sondern »Schneeweiß«. Reich an Erfahrung, allerdings nicht gefeit gegen ihre »böse« Schwiegertochter. Die sieben Zwerge mutieren durch die eigenwillig-schräge Perspektive auf den alten Märchenstoff zu extrem individuellen WG-Bewohnerinnen. Was macht es da schon, dass inzwischen alle ein bisschen älter geworden sind. – Gespielt mit augenzwinkernden Slapstick-Ansatz und Selbstironie. Regie führten Ulrike Czermak und André Wülfing.
Im Rahmen der Seniorentheatertage an der Akademie Remscheid diskutieren morgen abend Vertreter aus Kulturpolitik, Verbänden und Theater über die Zukunft des Seniorentheaters in Nordrhein-Westfalen.
In Politik und Medien wird viel darüber gesprochen, was mit Seniorinnen und Senioren zu geschehen habe, wie man sie ehrenamtlich einbinden kann und welche Rolle »Kultur« dabei spielt. Aber selten werden die Akteure selbst gefragt. Sollen sich Senioren auch politisch und kulturell einmischen? Und wenn ja, mit welchen Forderungen? Was braucht die Seniorentheaterszene NRW für Erhalt und Entwicklung der Gruppen? Ein Gespräch mit Ulla Harting (Staatskanzlei des Landes NRW), Uschi Farmers (Bund Deutscher Amateurtheater), Raimund Finke (Bundesverband Theaterpädagogik), Dr. Christian Esch (NRW KULTURsekretariat/Seniorentheater-Plattform NRW), Dieter Scholz (Freies Werkstatt Theater Köln), moderiert von Thomas Lang (Bundesakademie Wolfenbüttel).
Akademie Remscheid
Küppelstein 34
42857 Remscheid
Eine gemeinsame Veranstaltung von ibk, Seniorentheaterkonferenz NRW und Akademie Remscheid in Zusammenarbeit mit dem Bund Deutscher Amateurtheater, dem Bundesverband Theaterpädagogik und dem NRW KULTURsekretariat /Seniorentheater-Plattform NRW
Herzliche Einladung!


In ihrer jüngsten Produktion blickt die Moerser Bilanz Theatergruppe unter Leitung ihrer Regisseurin Ulrike Czermak auf eines der berühmtesten Theaterstücke der Antike: Homers Odyssee. Mit Respekt vor dem großen Mythos und seinem Personal von der kämpferischen Athene bis zum gefräßigen Zyklop, aber auch mit heutigen Fragen an den alten Stoff: Wie lange kann man ein Ziel verfolgen? Bin ich bereit zu warten? Was bestimmt mein Handeln? Lässt sich der eigene Lebensweg steuern? Oder bestimmen ein Schicksal, ein Gott, die Götter meinen Weg?
Die Gruppe nimmt die Geschichte des Odysseus zum Anlass, über die eigenen Lebenswege nachzudenken. Steckt in uns eine Penelope oder doch eine Sirene? Die Szenen werden in Improvisationen von der Theatergruppe entwickelt und ergänzt durch chorische Passagen aus Homers "Odyssee".
Zwei Reiseleiter führen das Publikum durch die Geschichte, sie erklären und kommentieren die Szenen und bilden so eine Brücke zwischen Mythos und Heute.
Die Premiere findet statt am Sonntag, 27. Juni, um 19 Uhr im Moerser Gymnasium Adolfinum.